Installation und Konfiguration - Lastabwurf nach §14a

  • Aktualisiert

Externe Steuerung nach §14a EnWG

Messlösung | Steuersignal | GPI Ripple Control in der Installer App

Verantwortlich: EaseeZuletzt geprüft: 22. Juli 2026

01

Überblick & Voraussetzungen

Diese Anleitung erklärt, wie eine Easee-Ladeanlage für die externe Steuerung nach §14a EnWG vorbereitet und konfiguriert wird.

Wann diese Anleitung verwendet wird

Verwenden Sie diese Anleitung für:

  • Neue Ladeanlagen, die für die Steuerung nach §14a vorbereitet sein müssen
  • Anlagen, bei denen der Verteilnetzbetreiber (VNB) die Ladeleistung steuert
  • Bestehende Anlagen, bei denen später eine externe Steuereinrichtung ergänzt wird

Gilt §14a für die Anlage?

In Deutschland gilt §14a grundsätzlich für eine Ladeanlage, wenn sie nicht öffentlich zugänglich ist, eine Netzanschlussleistung von mehr als 4,2 kW hat, an das Niederspannungsnetz angeschlossen ist und am oder nach dem 1. Januar 2024 in Betrieb genommen wurde.

Typische Anlagen

  • Ein- und Mehrfamilienhäuser
  • Laden für Mitarbeitende und Gewerbestandorte mit beschränktem Zugang
  • Private Flottenstandorte

In der Regel ausgenommen

Öffentlich zugängliche Ladestationen fallen in der Regel nicht in den Anwendungsbereich von §14a.

So funktioniert das System

Die externe Steuereinrichtung sendet über einen potenzialfreien Kontakt ein Steuersignal an den Equalizer AMP. Der Equalizer stellt den Steuerzustand der Easee Anlage bereit. Der konfigurierte Grenzwert wird anschließend auf den zugehörigen Stromkreis angewendet und die verbundenen Laderoboter passen ihre Ladeleistung automatisch an.

Beispiel einer §14a-Systemarchitektur: Der Verteilnetzbetreiber sendet eine Steueranforderung an eine externe Steuereinrichtung, die mit Equalizer AMP und Equalizer verbunden ist. Der Equalizer kommuniziert über WLAN mit der Easee Cloud und dem Laderoboter.

Der Equalizer AMP ist als Beispiel für eine kompatible Messlösung dargestellt. Welche Lösung geeignet ist, hängt von der jeweiligen Anlage ab.

Wichtig

Je nach Umsetzung durch den Verteilnetzbetreiber können die Laderoboter und Easee-Komponenten bereits in Betrieb genommen werden, bevor die externe Steuereinrichtung verfügbar ist. Bereiten Sie die Anlage vorab entsprechend vor. Sobald die Steuereinrichtung installiert ist, schließt eine qualifizierte Elektrofachkraft sie an, vervollständigt die Konfiguration und prüft das Steuersignal gemäß den Vorgaben des Netzbetreibers.

02

Passende Messlösung auswählen

Die passende Messlösung hängt von der Größe der Anlage, der Absicherung des Netzanschlusses und den Vorgaben des Netzbetreibers ab.

Easee Lösung

Easee Equalizer AMP

Easees eigene Messlösung mit Stromwandlerklemmen, die direkt an den Phasen installiert werden. Stromwandlerklemmen bis 100 A sind enthalten.

  • Geeignet für Anlagen bis 100 A
  • Unterstützt PV-Überschussladen
  • Basiskonfiguration über die Installer App
  • Frei konfigurierbare Regelstufen über den Easee Support
Regelstufen: bis zu 4S0–S3

CVM E3 Mini (Modbus)

Geeignet für Anlagen bis 250 A. Das Gerät stellt kein potenzialfreies Ausgangssignal bereit; die Steuerung erfolgt über Modbus.

  • Zwei Schaltzustände möglich
  • 0 % und ein konfigurierbarer Leistungswert
  • Konfiguration ausschließlich über den Easee Support
Regelstufen: 2

Janitza UMG 604 Pro (Modbus)

Für größere Anlagen ab 100 A. Unterstützt Stromwandlerklemmen und Rogowski-Spulen; ab 500 A werden Rogowski-Spulen empfohlen.

  • Geeignet für größere Anlagen
  • Potenzialfreier Kontakt für zusätzliche Regelstufen
  • Konfiguration ausschließlich über den Easee Support
Regelstufen: bis zu 4

Leistungssteuerung über API

Wenn der Netzbetreiber eine cloudbasierte Steuerung unterstützt, kann die Leistungssteuerung direkt über die Easee API umgesetzt werden – ohne physisches Steuersignal.

Vorab mit dem Netzbetreiber abstimmen

Nicht alle Netzbetreiber unterstützen diese Option. Eine vorherige Freigabe ist erforderlich.

API-Dokumentation öffnen

Installationszeichnungen

Öffnen Sie die Zeichnung für die in der Anlage verwendete Messlösung.

Verdrahtungsplan für AMP & FNN-Steuerbox

Die technische Zeichnung zeigt, wie der Equalizer AMP mit einer FNN-Steuerbox oder einem Rundsteuerempfänger verbunden wird.

Installationszeichnung für AMP und FNN-Steuerbox

Legende zur Installationszeichnung

Lastabwurf über FNN-Steuerbox
Leistungsreduzierung über FNN-Steuerbox
Strommessung
Messung der Ströme auf L1/L2/L3
Erweiterungsanschluss
Anschluss für Erweiterungsmodule
Netzteil
Versorgung des Steuerkreises
Steuerader
Ader zur Übertragung des Steuersignals
Rückleiter 0 V
0-V-Rückleiter des Steuerkreises
Potenzialfreier Schließer
Potenzialfreier Schließer; schließt bei Leistungsreduzierung
Klemmenplan & Legende
Anschlussbelegung und Symbolerklärung
Steuerkreis 24 V DC
24-V-DC-Steuerkreis
Leistung 230 V AC
Spannungsversorgung 230 V AC
FNN-Steuerbox · Kontakt S1
Anschluss S1 der FNN-Steuerbox
Wandler L1/L2/L3
Stromwandlerklemmen / Stromwandler L1/L2/L3

Weitere Installationszeichnungen für CVM E3 Mini und Janitza öffnen

03

Steuersignal des Netzbetreibers

Der Netzbetreiber sendet das Steuersignal üblicherweise über einen Rundsteuerempfänger oder eine FNN-Steuerbox. Das Signal wird auf ein potenzialfreies Relais geführt und anschließend über das Messgerät an den Equalizer übertragen.

NO – Schließer

Im Ruhezustand ist der Kontakt geöffnet. Die Leistungsreduzierung wird aktiv, sobald das Signal anliegt und der Kontakt schließt.

Häufigste Variante

Diese Variante wird häufig mit Rundsteuerempfängern verwendet.

NC – Öffner

Im Ruhezustand ist der Kontakt geschlossen. Die Leistungsreduzierung wird aktiv, sobald das Signal nicht mehr anliegt.

Mit dem Netzbetreiber abstimmen

Diese Variante ist weniger verbreitet und muss vor der Konfiguration eindeutig mit dem Netzbetreiber abgestimmt werden.

WLAN-Verbindung erforderlich

Der Equalizer muss online bleiben, damit das Steuersignal zuverlässig verarbeitet werden kann. Prüfen Sie die WLAN-Verbindung vor der Inbetriebnahme und nach Abschluss der Installation.

04

GPI Ripple Control in der Installer App konfigurieren

GPI Ripple Control wird in der Easee Installer App konfiguriert. Die Funktion kann erst sinnvoll geprüft werden, wenn das System vollständig installiert ist.

QR-Code für die Easee Installer AppÜbersicht der Easee Installer App

Easee Installer App

Erforderlich für die Basiskonfiguration von GPI Ripple Control.

Installer App öffnen

Klappen Sie die folgenden Konfigurationsschritte auf, um die Einrichtung in der Installer App durchzuführen.

Konfigurationsschritte öffnen
Standort in der Installer App öffnen

01Standort öffnen

Öffnen Sie die Installer App und wählen Sie den Standort aus.

Equalizer-Informationen öffnen

02Equalizer öffnen

Wählen Sie den Equalizer am Standort aus und prüfen Sie die Informationen.

Registerkarte „Zähler“ öffnen

03Zähler öffnen

Tippen Sie im Equalizer auf die Registerkarte „Zähler“ und öffnen Sie „GPI Ripple Control“.

GPI Ripple Control aktivieren

04Ripple Control aktivieren

Aktivieren Sie „Use Ripple Control: On“, legen Sie den Signalgrenzwert fest und stimmen Sie NO/NC mit dem Netzbetreiber ab.

Wichtiger Hinweis zur Inbetriebnahme

Die Funktion GPI Ripple Control kann nur bei vollständig installiertem System geprüft werden. Eine Prüfung durch Überbrücken der Eingänge am AMP ist ungeeignet und liefert keine gültigen Ergebnisse.

Freie Regelstufen konfigurieren

Frei konfigurierbare Regelstufen für Equalizer AMP, CVM E3 Mini und Janitza UMG 604 Pro werden ausschließlich über den Easee Support konfiguriert.

Support kontaktieren

05

Installation & Konfiguration prüfen

Führen Sie diese Prüfungen durch, wenn die Ladeleistung niedriger als erwartet ist, der Laderoboter nicht reagiert oder der Equalizer offline angezeigt wird.

Ladeleistung ist niedriger als erwartet

  • Ripple Control ist in der Installer App aktiviert.
  • Der konfigurierte Signalgrenzwert entspricht den Vorgaben des Netzbetreibers.
  • Am Standort ist ausreichend verfügbare Leistung vorhanden.

Laderoboter reagiert nicht auf das Steuersignal

  • Der Equalizer ist gemäß Installationsplan angeschlossen.
  • Die NO/NC-Konfiguration entspricht der FNN-Steuerbox.
  • Equalizer und Laderoboter befinden sich am selben Standort.

Equalizer ist offline

  • Die WLAN-Verbindung ist aktiv.
  • Das Gerät wird in der Installer App angezeigt.
  • Die Firmware ist auf dem neuesten Stand.

PV-Überschussladen funktioniert nicht wie erwartet

  • Bei Anlagen mit CVM E3 Mini oder Janitza können externe Modbus-Vorgaben das Steuerverhalten beeinflussen.
  • In diesen Fällen kann die Leistung stufenweise statt kontinuierlich gesteuert werden.

06

Häufige Fragen & Support

Kurze Antworten auf häufige Fragen zur Messlösung, zu Regelstufen und zur Kombination mit PV-Überschussladen.

Muss der Equalizer immer zusammen mit dem AMP installiert werden?

Nein. Abhängig von der Anlagengröße können auch CVM E3 Mini oder Janitza UMG 604 Pro verwendet werden. Die passende Lösung hängt von der Hauptsicherung, dem Messkonzept und den Vorgaben des Netzbetreibers ab.

Was geschieht mit dem Laderoboter bei einer Leistungsreduzierung?

Die verfügbare Ladeleistung wird auf den konfigurierten Wert reduziert. Der Ladevorgang wird nicht zwingend beendet, sondern entsprechend der Regelstufe begrenzt.

Funktioniert PV-Überschussladen zusammen mit §14a?

Ja, PV-Überschussladen ist mit dem Equalizer AMP möglich. Externe Modbus-Vorgaben können das Steuerverhalten beeinflussen, insbesondere bei CVM E3 Mini oder Janitza.

Wie viele Regelstufen unterstützt der Equalizer?

Mit Equalizer AMP und Janitza sind bis zu vier Regelstufen möglich. Mit CVM E3 Mini stehen zwei Schaltzustände zur Verfügung.

Wann sind Rogowski-Spulen besser geeignet als Stromwandlerklemmen?

Rogowski-Spulen werden hauptsächlich für größere Anlagen empfohlen, insbesondere ab etwa 500 A.

Support kontaktieren

Für Regelstufen und Modbus-Konfigurationen.

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