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§14a EnWG – Lastabwurf einrichten
Schritt für Schritt: Equalizer für die Steuerung durch den Netzbetreiber konfigurieren.
Was ist §14a EnWG?
Seit dem 1. Januar 2024 müssen alle neu installierten steuerbaren Verbrauchseinrichtungen – darunter Ladeeinheiten – vom Netzbetreiber kontrolliert werden können. Im Bedarfsfall darf der Netzbetreiber die Ladeleistung auf mindestens 4,2 kW reduzieren. Die Ladeeinheit bleibt dabei erreichbar und lädt nach Aufhebung des Signals automatisch weiter – ohne erneute Autorisierung.
Welches Messgerät passt?
Die Wahl hängt von der Hauptsicherung ab.
Easee Equalizer AMP
Easees eigenes Gerät mit direkt an den Phasen installierten Stromwandlerklemmen. Inkl. CT-Klemmen bis 100 A. Ermöglicht auch PV-Überschussladen. Grundkonfiguration (GPI Ripple Control) über Installer App; frei konfigurierbare Regelstufen über Easee Support.
Regelstufen: Bis zu 4 Stufen (S0–S3)
CVM E3 Mini (Modbus)
Geeignet für Anlagen bis 250 A. Kein eigener potenzialfreier Kontakt – das Signal wird über den Modbus-Eingang übermittelt. Zwei Schaltzustände möglich (0 % und ein konfigurierbarer Prozentwert). Konfiguration ausschließlich über Easee Support.
Regelstufen: 2 Stufen
Janitza UMG 604 Pro (Modbus)
Für große Anlagen ab 100 A. Unterstützt CT-Klemmen und Rogowski-Spulen (empfohlen ab 500 A). Eigener potenzialfreier Kontakt für konfigurierbare Regelstufen. Konfiguration ausschließlich über Easee Support.
Regelstufen: Bis zu 4 Stufen
Lastabwurf via API
Wenn der Netzbetreiber die Steuerung über Cloud-API akzeptiert, kann der Lastabwurf direkt per Easee API umgesetzt werden – ohne physisches Steuersignal. Diese Option muss vorab mit dem Netzbetreiber abgestimmt werden.
Nicht alle Netzbetreiber akzeptieren die API-Variante. Zustimmung vorab einholen. API-Dokumentation: developer.easee.com
Steuersignal vom Netzbetreiber
Der Netzbetreiber sendet das Steuersignal über einen Rundsteuerempfänger oder eine FNN-Steuerbox. Beide werden mit einem potenzialfreien Kontakt an das Messgerät angeschlossen. Das Messgerät leitet das Signal an den Equalizer weiter.
NO – Normally Open
Kontakt im Ruhezustand offen. Drosselung aktiv, wenn Signal anliegt (Kontakt schließt). Häufigste Einstellung bei Rundsteuerempfängern.
NC – Normally Closed
Kontakt im Ruhezustand geschlossen. Drosselung aktiv, wenn kein Signal anliegt. Seltener – beim Netzbetreiber erfragen.
WLAN ist Pflicht
Der Equalizer muss dauerhaft mit WLAN verbunden sein, damit der §14a-Lastabwurf funktioniert. Ohne aktive Verbindung ist kein Lastabwurf möglich.
Konfiguration – für Installateure
Voraussetzung
Easee Installer App
Die Einrichtung von GPI Ripple Control erfolgt ausschließlich über die Installer App.
easee.com/installer-app →Hinweis zur Inbetriebnahme
Die Funktion des GPI Ripple Control kann ausschließlich bei vollständig installiertem System getestet werden. Ein Test durch Überbrücken der Eingänge am AMP ist nicht geeignet und liefert kein valides Ergebnis.
Installer App
Zähler-Tab
Info-Tab
GPI Ripple Control
GPI Ripple Control einrichten
- Installer App öffnen → Standort auswählen
- Equalizer antippen → Tab „Zähler" öffnen
- „GPI Ripple Control" antippen
- „Use Ripple Control: On" aktivieren
- Signal-Limit festlegen (z.B. 22 % ≈ 9 kW – Mindestwert: 4,2 kW)
- Kontakttyp NO oder NC mit Netzbetreiber abstimmen und einstellen
Frei konfigurierbare Regelstufen – Support erforderlich
Individuelle Regelstufen für AMP, CVM E3 Mini und Janitza UMG 604 Pro werden ausschließlich über den Easee Support eingerichtet. Bitte vorab Kontakt aufnehmen.
Support-Ticket erstellen →Installationszeichnung – Lastabwurf via Rundsteuerempfänger
Der vollständige Schaltplan mit Anschlussübersicht für Equalizer, Messgerät und Rundsteuerempfänger ist im Installationsartikel enthalten.
Installationszeichnung ansehen →Häufige Fragen
Muss der Equalizer zwingend mit dem AMP verbaut werden?+
Nein – für Anlagen bis 100 A ist der AMP eine Möglichkeit. Alternativ sind kompatible Modbus-Zähler (CVM E3 Mini, Janitza UMG 604 Pro) einsetzbar.
Was passiert während eines Lastabwurfs mit der Ladeeinheit?+
Die Ladeeinheit wird auf die konfigurierte Regelstufe gedrosselt oder vollständig pausiert. Sie bleibt im Standby erreichbar – für Firmware-Updates, Statusabfragen und App-Steuerung. Sobald das Signal aufgehoben wird, lädt das Fahrzeug automatisch weiter. Eine erneute Autorisierung ist nicht nötig.
Funktioniert PV-Überschussladen zusammen mit §14a?+
Ja. Der Equalizer regelt die Ladeleistung dynamisch nach verfügbarem PV-Überschuss und reagiert gleichzeitig auf §14a-Steuersignale. Im Lastabwurf hat das Netzbetreiber-Signal Vorrang. Bei CVM E3 Mini und Janitza ist das PV-Überschussladen weniger dynamisch als beim Equalizer AMP.
Wie viele Regelstufen unterstützt der Equalizer?+
AMP und Janitza UMG 604 Pro unterstützen bis zu 4 Regelstufen (S0–S3). CVM E3 Mini unterstützt 2 Stufen. Frei konfigurierbare Stufen werden über den Easee Support eingerichtet.
Wann sind Rogowski-Spulen sinnvoller als CT-Klemmen?+
Bei Messströmen über 500 A. Rogowski-Spulen lassen sich flexibler um große Leiter legen und verursachen keine Sättigungseffekte. Der Janitza UMG 604 Pro unterstützt beide Typen.
Gibt es Fördermittel für §14a-konforme Ladeeinheiten?+
Viele Förderprogramme (KfW, Bundesländer) setzen seit 2024/2025 §14a-Konformität voraus. Außerdem profitieren Betreiber von reduzierten Netznutzungsentgelten. KfW- und Landesförderungen vorab auf den jeweiligen Webseiten prüfen.
Weiterführende Artikel
Schaltplan Rundsteuerempfänger
Kompatibilitätsliste & Installation
Hintergrund, API-Option & Förderung
Handbücher & Datenblätter
Noch Fragen offen?
Unser Support-Team hilft – auch bei der Konfiguration der Regelstufen.